Letzten Freitag war bei uns, wie schon erwähnt, Feiertag. Und da meine Mitbewohnerin Anne mit ein paar Freundinnen nach Köln wollte, hat sie gefragt, ob ich mitkommen möchte. Na klar! Wenn ich schon am 11.11.2011 im Rheinland bin, muss das auch mitgefeiert werden. Erstes Problem: Das Kostüm. Als Bisher-Karneval-nur-aus-der-Distanz-Betrachter war ich da natürlich nicht ausgestattet. Aber wenn es schon in Eupen nicht viel gibt: einen Karnevalsladen hat es hier schon (Hier „hat“ man generell eher viel, z.B. auch „ich habe warm“ oder „ich habe kalt“).Aber zurück zum Karneval. Die anderen Mädels sind alle als Cowgirls in rosa gegangen. Da rosa aber nicht ganz so meine Farbe ist, habe ich mich für einen dunkelbraunen Cowboyhut, rotes Halstuch und Sheriff-Stern entschieden, das war ok.
Freitag um 7:30 Uhr ging’s los. Erst zum Hauptbahnhof nach Aachen und von dort mit dem Regio nach Köln. Es ist echt schon irre: Bereits am Aachener Bahnhof standen hunderte Kostümierte, singend und Bier trinkend. Was soll’s so ein Bier zum Frühstück ist doch auch mal ganz nett. Der Zug nach Köln war natürlich proppevoll und an einigen Stationen wurden schon keine Leute mehr reingelassen. Aber die Stimmung war schon super. In Köln war es erstens ziemlich kalt und zweitens ziemlich voll. Und was macht man als erstes, wenn man mit so vielen Mädels unterwegs ist: richtig, man stellt sich auf Toilette an. Das muss man sich auch immer rechtzeitig überlegen, denn ca. 20 min Wartezeit sind Durchschnitt. Den 11.11.2011 um 11.11 Uhr habe ich also wartend vor einem Dixie-Klo verbracht!
Als wir anschließend versuchten zu den Bühnen zu kommen, war das natürlich zu spät, alles schon abgesperrt wegen zu vieler Menschen. Also nochmal eine halbe Stunde stehen, bis die Sperren wieder aufgehoben wurden. Ich glaube so gegen 13 Uhr waren wir schließlich auf dem Heumarkt. Tja, und was macht man nun an Karneval: Man trinkt, grölt die Lieder mit (da muss ich noch üben, kannte viele noch nicht) beobachtet und quatscht mit anderen Leuten. Auch daran muss sich der zurückhaltende Preuße erst einmal gewöhnen: Beim Karneval quatschen einen so viele fremde Leute an und prosten dir zu, da ist nix mit Distanz (na gut, ist ja auch eh sehr voll). Ich wurde auch vorher schon vorgewarnt, keine Jacken, Hüte oder Accessoires mitzunehmen, auf die ich hinterher noch Wert lege, weil man die wohl eh verliert oder geklaut bekommt. Aber wir haben eigentlich alles wieder mitgebracht. So standen wir eine ganze Weile auf dem Heumarkt rum und vor Toiletten an (der Alkohol muss ja auch wieder raus). Eigentlich ist es wohl auch üblich, nach der großen Feier in einen der Pubs, Kneipen oder Clubs in der Gegend zu gehen, aber da die alle Eintritt nahmen, wollten die anderen Mädels nicht. Dafür sind sie hinterher in Belgien noch feiern gegangen, da war ich aber nicht mehr dabei, musste ja am nächsten Tag für den Naturführerkurs und das Probenwochenende fit sein. So gegen 20 Uhr waren wir wieder in Eupen und mein Fazit des Karnevals ist: erstens: nächstes Mal früher losfahren, damit man auch rechtzeitig an den zentralen Stellen ist, und nicht noch 2 Stunden durch die Stadt irrt. Zweitens: Es ist egal, wie du dich kostümierst, Hauptsache du trinkst ausreichend Alkohol und trägst es mit Würde ;-), drittens: Kopfbedeckungen gehören nicht nur zur Kostümierung sondern sind auch unheimlich praktisch, um sich in der Menge wiederzufinden, und viertens: die Rheinländer sind sehr ausdauernd im Feiern und Trinken. Das habe ich auch auf dem Probenwochenende gelernt, aber dazu mehr im nächsten Beitrag…
Es freut mich zu hören, das du den rheinischen Karneval mit Freuden überstanden hast (ich hätte mir das bestimmt nicht angetan)Ich bin schon riesig gespannt, auf den Beitrag über das Probenlager :-)
AntwortenLöschenWeil wir schon bei Probenlager sind:
Das AOP Probenlager war wie immer schön (und anstrengend!!!) Allerdings fehlten uns die mit viel liebe gebackenen und durchaus weltbekannten Plätzchen von Dir (wir konnten uns nur mit einem Foto vom letzten Jahr beglücken)
Dafür hat der erste vorweihnachtliche Glühwein super geschmeckt (mittels Campinkocher und kleinem Topf auf ideale Trinktemperatur gebracht :-)
Es grüßt der König