Eigentlich ist hier alles mehr oder weniger wie immer, aber ein paar kleine Überraschungen gibt es halt doch immer wieder. Brigitte ist letzten Mittwoch zum ersten Mal Oma geworden. Diejenigen, die sich noch an den ersten Post erinnern, werden jetzt vielleicht sagen, dass sie dafür noch ganz schön jung ist, aber ich hatte sie da mal gute 10 Jahre jünger gemacht, als sie eigentlich ist. Nun ist sie jedenfalls stolze Großmutter von Moritz und schwer begeistert von dem Kleinen.
Am Samstag hatte eine von unseren EVSlerinnen hier in Eupen Geburtstag, Theresa wurde 19 Jahre jung (hm, in dieser Gruppe fühle ich mich irgendwie immer verdammt alt, da tut der Naturführerkurs samstags wieder gut, da bin ich mit Abstand die jüngste :-D ). Und weil Theresa in ihrer Wohnung wenig Platz zum Feiern hat, sind alle hierhergekommen. Inzwischen sind wir hier in Eupen und Umgebung sechs Freiwillige, geballte Frauenpower sozusagen, denn im Winter sind noch 2 Mädels aus Südtirol dazu gekommen. Nun gab es zur Feier des Tages auch noch landestypische Speisen: Unsere Spanierin hat mit ihren drei Freundinnen, die zu Besuch waren, Tortillas gemacht, die beiden Südtirolerinnen Tiramisu und ich eine Torte. Zu dem Menü wurden noch belgisches Bier und Mojito kredenzt. (Nein Mutti, von der Mischung muss einem nicht schlecht werden.) Anschließend ging’s noch in die „Pigalle“, DEN Treffpunkt von Eupen. Ich frag mich immer, wo die ganzen jungen Leute herkommen, die sich am Wochenende in dieser kleinen Kneipe versammeln, tagsüber sieht man nie so viele. Ein Mysterium…
Das zweite Mysterium dieser Tage ist: der Franzos‘ ist ausgezogen. Um dieses Mysterium zu verstehen noch ein paar Worte zu dieser mystischen Person: „Der Franzos‘“ wie er hier genannt wurde (ich weiß bis heute nicht seinen richtigen Namen, bzw. hab ihn wieder vergessen.), lebte für etwa sieben Jahre hier bei Brigitte. Er arbeitete als Orgelbauer in Eupen, kam nach der Arbeit meistens sofort nach Hause und hat dort den Rest des Tages verbracht. Er ging nicht raus, sprach mit niemandem, wenn er hier war und ließ sich auch nie im Wohnzimmer blicken. Eigentlich wusste niemand, wer er ist, er war halt immer da. Und nun ist er weg. Letzte Woche hat er wohl seinen Job verloren, dann war er für 4 Tage nicht da. Sonntagabend ist er wiedergekommen, Montag früh hat er seine Sachen ins Auto gepackt und mir seinen Hausschlüssel in die Hand gedrückt, weil Brigitte schon arbeiten war. Sie hatte gesagt, er hatte mal erwähnt, dass er nach Südfrankreich wolle. Also vielleicht ist er jetzt dort…Nun sind Anne und ich natürlich gespannt, ob wir in absehbarer Zeit einen neuen Mitbewohner oder eine neue Mitbewohnerin bekommen, aber erstmal muss das Zimmer dekontaminiert werden. Denn leider hatte der Franzos‘ wohl mit einem übel riechenden Leim auf Arbeit zu tun und überhaupt hielt er wohl nicht so viel von Körperhygiene…jedenfalls muss vor dem nächsten Mieter in dem Zimmer wohl definitiv viel gelüftet und gestrichen werden.
Aber es ist schon komisch, wie man sich selbst an Mitbewohner gewöhnt, die man praktisch nie sieht. Gestern Abend lag ich im Bett und wartete auf das Schnarchen aus dem Nebenzimmer, bis mir einfiel, dass da jetzt Ruhe ist. Und Brigitte meinte: So lange wie mit ihm, hat sie sie selten mit einem Mann im selben Haus gewohnt…
Pünktlich zum Frühlingsanfang war heute auch wieder großartiges Wetter, was bis Donnerstag noch viel großartiger, sprich: wärmer, werden soll. So hab ich mich gefreut, dass wir heute zwei Gruppen in Ternell hatten. Die eine Gruppe waren Schüler zwischen 12 und 14 Jahren, die den Abschluss der Primarschule noch nicht geschafft hatten und nun dafür eine zweite Chance bekommen. Dafür, dass solche Klassen, besonders in diesem Alter eigentlich immer etwas schwierig sind, ging es eigentlich ganz gut. Und ich habe festgestellt, dass es Klassen gibt, wo den Lehrern noch mehr Blödsinn einfällt als den Schülern…
Die zweite Gruppe waren Geographie-Studenten aus Göttingen, die für eine Vennwanderung angemeldet waren. Ach es war auch wirklich mal angenehm, wenn Leute freiwillig zuhören, ohne dass sie dazu gezwungen werden. Bei dieser Gruppe habe ich dann auch wieder mal festgestellt, wie klein die Welt doch ist. In diesem Sinne: schöne Grüße nach Ketzin an Frau Feist, ich hab heute eine ehemalige Schülerin von ihr getroffen.
Und zum Schluss heute nochmal ein paar Fotos, damit ihr seht, wie Ternell im Frühling aussieht:
zuerst die Pflanzenwelt:
die Frösche in den beiden Gartenteichen:
| Teich im Arboretum |
| Teich direkt am Haus. Die Punkte im Grünen sind alles Froschköpfe. |
| Suchbild: Auf diesem Bild sind mindestens sechs Frösche zu sehen. Einer im Vordergrund, die anderen im Wasser. |
| Und so sieht es aus, wenn die Froschliebe Früchte trägt. |
| das Familienoberhaupt, hier noch mit prächtigem Geweih |
| der Rest der Sippschaft |
| Heute gar kein Brot dabei? Nein, leider nicht. |
| Nanu, da fehlt doch was? Papa Hirsch (vorne) hat am Wochenende sein Geweih verloren. |
meine Fress, was für ne ertragreiche Froschliebe?!
AntwortenLöschenWas, der Franzos ist weg?
AntwortenLöschenBirgit, haben wir ihn nicht etwa doch mit unserem Geschwätz vertrieben? O.o Ich bin mir nicht sicher...
Wenn ich auf dem Suchbild alle Frösche markiere, bekomme ich dann wieder Post aus Belgien? (Die andere Karte lässt noch auf sich warten :-( liegt wohl am Streik :-)
AntwortenLöschen@ Caro: ach, ich denke nicht. Ich war ja danach immer bemüht noch viel leiser zu sein. Und wenn doch, haben wir Anne damit ne große Freude gemacht ;-)
AntwortenLöschen@ Carsten: öhm, wie heißt es so schön: Man muss doch auch mal was tun, ohne dafür Belohnung zu erwarten...
Und dass die andere Karte noch nicht angekommen ist, liegt wohl nicht am Streik, sondern eher daran, dass sie noch nicht geschrieben ist...steht aber noch auf der To-do-Liste und wird noch vor der Syltreise ankommen :-D
Du musst die Frösche nicht nur fotografieren sondern abknutschen! Bei der Masse muss doch eine verzauberter dabei sein! (Alle habe ich auf dem Suchbild nicht gefunden, aber den vorne und definitiv zwei im Wasser, bei ein paar Flecken bin ich mir nicht sicher, ob die leben...)
AntwortenLöschenJa ja, die Welt ist voller Mysterien. Das geballte Auftauchen der U30-Generation im Pigalle würde ich aber damit erklären, dass das doch bestimmt vorzugsweise Schüler und Studenten sind - und die gehören doch per Definition zu den Nachtschattengewächsen, oder? Klar, dass man die tagsüber nicht sieht...
So - und dann bin ich mal auf die Nachfolge von Eurem Franzos gespannt. Sollte es ein musikalischer Single-Norweger sein werde ich mich umgehend auf den Weg nach Eupen machen!!! *g*