Dienstag, 17. April 2012

O, o, o, ...Orchesterauftritt (AAC), Osterferienlager und Orchesterfahrt (AOP)


Heute gibt es mal wieder eine Menge Neuigkeiten aus Eupen und der näheren und weiteren Umgebung.
 
Am 1.4. hatte der Aachener Akkordeonclub mal wieder einen Auftritt, und wenn ich auch noch nicht so gut bin, dass ich alle Lieder mitspielen kann, so merke ich doch, dass es immer besser wird und ich bei den meisten Liedern doch schon einigermaßen durchblicke.

In der darauffolgenden Woche begannen sowohl in NRW als auch in Belgien die Ferien. Und was für die Kinder Ferien bedeutet, ist bei uns Arbeit, nämlich Ferienlager. Wie schon im Herbst, bietet das Haus Ternell Tagesbetreuung von 9.30 bis 16.00 Uhr an. So hatten wir in dieser Woche jeden Tag ca. 40 Kinder auf dem Gelände, die es zu bespaßen galt. Insgesamt war es eigentlich eine ganz schöne Woche, in der es auch viele Sonnenstunden gab. Das hat den entscheidenden Vorteil, dass wir die Kinder auch einfach mal draußen im Wald spielen lassen können, ohne ihnen ein bestimmtes Programm anzubieten. Wenn man den Kindern dabei zusieht, merkt man, wieviel Spaß sie dabei haben, einfach zu spielen, ohne dass von Erwachsenen irgendwelche Spielregeln vorgegeben werden. Neben einigen größeren Geländespielen haben wir auch Traumfänger und Filzostereier gebastelt und ein bisschen geschnitzt. Ich denke, es war eine erfolgreiche Woche und wenn wir uns für das nächste Ferienlager (im Sommer) ein bisschen mehr Zeit zur Vorbereitung nehmen, könnte es noch besser werden.



Neben dem ganzen Spaß mit dem Ferienlager, musste natürlich auch noch die Orchesterfahrt vorbereitet werden. Bei mir bestand diese Vorbereitung im Wesentlichen aus drei Dingen: Kekse backen, Einkaufen und Ostergeschenke basteln. Die Kekse gibt es eigentlich immer zu Orchesterevents und da ich schon beim letzten Probenlager nicht dabei war, konnte ich mein liebes Orchester doch dieses Mal nicht auch noch enttäuschen. Einkaufen musste ich im Wesentlichen Jeans, weil seit dem Beginn meiner Zeit in Eupen schon wieder zwei das Zeitliche gesegnet haben und somit nicht mehr viele übrig blieben. Also bin ich am späten Mittwochnachmittag nach Aachen gefahren (Klamotten kaufen in Eupen kann man echt vergessen) und habe dort innerhalb von einer halben Stunde 3 Hosen gekauft, um noch vor Ladenschluss fertig zu sein. Das war sozusagen Speed-Shopping. An den anderen Abenden wurden dann Kekse gebacken, Kekse verziert und Ostereier gefilzt. Den Ostersonntag habe ich nämlich in Hamburg bei Freunden verbracht, und da konnte ich ja schlecht mit leeren Händen ankommen. Da die Orchesterfahrt uns dieses Jahr nach Sylt führte, lag Hamburg demnach auf dem Weg und so hatte ich die Gelegenheit meine FÖJ-Freunde und das süßeste Kind der Welt zu besuchen. Natürlich haben wir dann auch im Park Ostereier gesucht und auch gefunden. Außerdem lag noch eine DVD von „Timmy, dem Schäfchen“ einfach so auf der Wiese. Was für eine Überraschung :-)
Am Ostermontag führte mich die Reise dann weiter nach Sylt. Dazu einige Ausführungen aus meinem Reisetagebuch, ergänzt mit Fotos von unserer Orchesterreporterin Katja:

Montag, 9.4.
Für mich beginnt die Reise in Hamburg, wo der Zug auch schon bereitsteht, als ich den Bahnhof erreiche. Leider fehlt noch ein wichtiges Detail: der Zugführer. Dieser sitzt in einem anderen Zug, der verspätet ankommt und aus diesem Grund können auch wir den Hamburger Hauptbahnhof erst später verlassen. Allerdings haben wir wenigstens einen sehr humorvollen Zugbegleiter.
Schließlich bin ich um 19 Uhr, ein bisschen später als die anderen, in List, wo mich Tiki (die „Herbergsmutti“) und Katrin von der Bushaltstelle abholen. Nach dem Abendbrot gibt es zunächst noch den obligatorischen Begrüßungstrunk, für die Großen Prosecco und für die Kleinen Limo. Anschließend praktizieren wir noch ein bisschen „Freies Spiel“ am Akkordeon und hoffentlich haben nicht so viele zugehört, denn es ist tatsächlich sehr frei. Die ersten paar Gläser Wein dieser Orchesterfahrt werden noch geleert, bevor wir die erste Nacht im „Mövenberg“ verbringen.

Dienstag, 10.4.
Am Vormittag muss das Vororchester proben und wir haben ein bisschen von unserer seltenen Orchesterreisen-Freizeit. Diese verkürzt sich nur dadurch, dass wir doch noch die gemeinsamen Titel mit den Kleinen proben. Katrin, Tom und ich nutzen den verregneten Vormittag um den Tischtennis- und Kickerraum zu erkunden. Dieser hat zwar genauso schlechte Schläger wie alle Jugendherbergen, aber die Platten und der Kicker waren richtig gut.
Nachmittags findet unsere Probe statt, die ein bisschen mehr schlecht als recht verläuft, aber wir sind optimistisch, dass schon irgendwie alles klappen wird.
Das Vororchester ist in der Zeit im Zentrum für Naturgewalten in List bei einer Kinder- und Jugendanimation. Der Rückweg wird von ihnen zu Fuß zurückgelegt, denn der Plan besteht darin, die Kinder müde zu bekommen.
Da sich das Wetter inzwischen etwas gebessert hat, gehen auch wir Großen noch ein bisschen an den Strand. Und was den Kleinen verboten ist, kann bei uns niemand verhindern: Mit Gummistiefeln oder auch gleich ganz barfuß versuchen wir uns der Nordsee entgegen zu stellen. Natürlich ist die Nordsee doch unberechenbarer und es gibt einige nasse Hosen. 

"Wo de Nordseewellen trekken an de Strand..."
Nur die Harten komm' in'n Garten: Barfuß in die Nordsee.
Als wir wieder im „Mövenberg“ ankommen, ist inzwischen auch Franzi eingetroffen und nun sind wir alle komplett.
Der Abend beschert uns einen wunderschönen Sonnenuntergang, sodass wir uns noch einmal auf den Weg zu einem Aussichtspunkt machen. Auf dem Weg dahin gibt es aber schon so viele schöne Fotomotive, dass, als wir schließlich am Aussichtspunkt sind, die Sonne leider schon untergegangen ist. Immerhin hatten wir einen netten Abendspaziergang. Nur auf dem Rückweg müssen wir aufpassen, im Dunkeln nicht die Kröten zu zertreten, die in Massen über die Wege wandern.
Sonnenuntergang auf...
Mittwoch, 11.4.
7.30 Uhr werden wir von Theas Akkordeonspiel „Happy Birthday“ und „Du, du liegst mir im Herzen“ für Angelika geweckt.
Vormittags machen alle die Kutterfahrt mit Seebär Peter mit. Das ist ganz großes Kino: Er erobert mit Sprüchen wie „Na, ihr kleinen Schieters.“ und „Wer meckert, kommt ins Heim, wer mehr meckert wird Heimleiter“ sowie mit seinen Ausführungen über den Pistolenkrebs und den Texanischen Springkrebs („eins achtzig weit, eins sechzig hoch“) unsere Herzen. Nebenbei lernen wir auch noch eine Menge über die Tiere, die im Netz gelandet sind. Die Schwierigkeit besteht eigentlich nur darin, das Seemannsgarn von den fachlichen Informationen zu unterscheiden :-)

Zitat von Kapitän Peter: "Keine Sorge, die Krabbe kennt das, die war schon dreimal mit"
Am Ziel der Kutterfahrt: Eine Seehundbank in der Nordsee.

Eine unserer mitgefahrenen Muttis kann an der Tour leider nicht teilnehmen. Sie ist auf dem Weg zum Hafen über einen Stein gestolpert und mitten aufs Gesicht gefallen. Nun weiß der Busfahrer wenigstens, wo der Notarzt in List ist und die Mutti, dass sie einen harten Schädel hat, denn zum Glück ist nicht allzu viel passiert. Nachmittags dürfen dann auch die Großen in das Zentrum für Naturgewalten. Ich finde es großartig, besonders die Wetter-Liveschaltung in die Antarktis zur Neumeyer-II-Station ist spannend. Anschließend gibt es noch Zeit für einen schnellen Kaffee und dann müssen wir auch schon zum Soundcheck.
Insgesamt ist das Konzert ein voller Erfolg, wenn auch, wie meistens, nicht so unglaublich gut besucht. Aber die ca. 50 Anwesenden sind wenigstens ziemlich begeistert, eine Zuhörerin bittet uns sogar um Autogramme. Mein 27. Geburtstag wird mir also immer als der Tag in Erinnerung bleiben, an dem ich mein erstes Autogramm gab :-D. Nach dem Konzert gibt es noch Abendbrot in der Herberge und die übliche Abendrunde mit den Bildern des Tages.

Donnerstag 12.4.
Nach dem Frühstück geht es Richtung Westerland. Gruppeneinteilung, wer zum Erlebnisbad „Sylter Welle“ und wer zum Aquarium möchte. Anschließend individuelles Mittagessen, Zeit, um ein paar Postkarten und Souvenirs zu kaufen und in einem Supermarkt die Vorräte für die Abendgestaltung aufzustocken.
Danach Rückfahrt ins „Mövenberg“, ein bisschen Zeit zum Ausspannen und dann auch schon wieder los zum Konzert. Ganz so groß, wie das Konzert angekündigt wurde, ist es dann leider doch nicht, aber dafür ist das Publikum wieder sehr dankbar und wir haben einfach Spaß beim Spielen von unserem „feinen Krom“.

Freitag, 13.4.
Am Vormittag haben wir schon wieder „echte Freizeit“ (diese Reise ist anscheinend die reinste Erholung!). Von vielen werden diese Stunden genutzt, um etwas von dem Schlaf der letzten Tage nachzuholen. Unsere Zimmerbesatzung macht sich am späten Vormittag noch einmal auf zum Strand, um sich den Nordseewind um die Nase wehen zu lassen. Schließlich lugt auch noch die Sonne hinter den Wolken hervor und Sylt zeigt sich in seiner vollen Schönheit. 



Nach dem Mittagessen brechen wir auf zur Inselrundfahrt. Naja, eigentlich ist es eher eine Insel-Hoch- und-Runter-Fahrt, denn rund ist Sylt ja nicht wirklich. Über das Busmikro wird uns einiges Interessantes über Sylt erzählt. Für meinen Geschmack kommt der naturkundliche Teil der Erklärungen etwas zu kurz. Denn immerhin wird zweimal erwähnt, dass Kampen die teuerste Wohngegend Deutschlands ist, an den letzten Wanderdünen Deutschlands fahren wir aber kommentarlos vorbei. Die Prioritäten liegen halt bei jedem anders.
Den ersten Halt machen wir Wenningstedt, wo wir die Friesenkapelle und ein 5000 Jahre altes Hügelgrab besichtigen. Der Weg in das Grab führt entweder über eine schmale Leiter in der Decke oder über einen schmalen flachen Gang, der auch der ursprüngliche Zugang zu dem Grab ist. Ein älterer Herr erzählt uns einiges über die Bauweise und die Geschichte dieses Grabes und ich bin wirklich beeindruckt, wie man solche schweren Steine mit den damaligen Mitteln zu einem Bauwerk stapeln konnte.
Der nächste Halt ist die Kirche St. Severin in Keitum, mit den Feldsteinhälften im Mauerwerk des Kirchturms, welche die beiden Nonnen darstellen sollen, mit deren Geld der Bau der Kirche ermöglicht wurde. Einer Sage nach soll einst ein schöner Jüngling von der Kirchenglocke erschlagen worden sein. Und weil dasselbe angeblich ebenfalls einer schönen Jungfrau wiederfahren soll, dürfen diese die Kirche nicht betreten. Wir sind trotzdem alle reingegangen und auch wieder rausgekommen, anscheinend war niemand dabei, der sowohl schön als auch Jungfrau war.
Anschließend fahren wir weiter nach Hörnum, der südlichsten Ortschaft auf Sylt. Dort haben wir ein wenig Zeit, um uns den Hafen anzusehen und Kaffee zu trinken. Und wir fühlen uns „ein bisschen berühmt“. In dem Café, in dem wir einkehren, hängt die aktuelle Sylter Tageszeitung, in der ein großer Artikel über uns steht. 


Wir sind in der Zeitung!
 Wir fotografieren die Zeitung und irritieren die Bedienung mit den Worten „Ach, es fühlt sich schon gut an, wenn man berühmt ist.“ Ein anderer Trupp unseres Orchesters wird an einem Crêpe-Stand gefragt, woher sie denn kämen und zu welcher Gruppe sie gehörten. Als sie die gewünschten Antworten geben, stellt sich heraus, dass es sich schon bis nach Hörnum herumgesprochen hatte, dass wir ein tolles Konzert in dem Zentrum für Naturgewalten gegeben haben. Als sind wir doch wohl ein bisschen berühmt ;-)
Nach dem Abendbrot im „Mövenberg“ geben wir als Dankeschön noch ein kleines Konzert für Tiki, die beste „Herbergsmutti“ und Martina, die bestgelaunteste Küchenfrau, die ich je kennengelernt habe. Die Qualität unseres Spielens ist eher mäßig, aber ich hoffe, die beiden haben sich trotzdem über die Geste gefreut.

Samstag, 14.4.
Der letzte Tag, nun heißt es „Sylt ade“. Bei strahlendem Sonnenschein machen wir uns auf die Heimreise. Am Hafen von List haben wir noch ein bisschen Zeit, um das bis dahin immer wieder nach hinten verschobene Gruppenfoto vor wunderschöner Kulisse, nämlich den Dünen der Nordsee, zu machen. 

Und dann heißt es für mich leider schon wieder Abschied nehmen. Nun beginnt für mich in Belgien die längste Zeit ohne „mein“ AOP, nämlich noch gut 3 Monate. Ich bin wirklich froh und unglaublich dankbar, in Aachen ein Orchester gefunden zu haben, das mich so herzlich und selbstverständlich aufgenommen hat. Aber das AOP ist einfach nicht zu ersetzen, das hat mir diese Reise wieder einmal klar gemacht.

1 Kommentar:

  1. Birgit, deine Postkarte ist angekommen!
    Uiuiuiui! Vielen lieben Dank!

    Und schön zu lesen, dass es gerade so viel zu Unternehmen gibt. Sogar mit ganz vielen Fotos ;)

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