Wie das mit der Ferne gemeint war, darauf komm ich später
nochmal zurück. Nun ist erst einmal das Pfingstwochenende an der Reihe. Schon
als wir unsere „Luxemburger“ das letzte Mal gesehen hatten, haben wir
festgestellt, dass in den beiden Wochen vor Pfingsten mehrere Leute aus der
Gruppe Geburtstag haben und so war schnell der Plan entstanden, doch in
Luxemburg eine große Geburtstagsfete für alle zu feiern. Auch bei uns „Belgiern“
gab es zwei Geburtstagskinder: Laura und Anja. Für Laura war es gleichzeitig
das letzte große Ereignis hier, denn ihr EVS endete Ende Mai. Also feierten wir
am Freitag vor Pfingsten Lauras Geburtstag, natürlich in der Pigalle, unserer
Stammkneipe hier in Eupen. Am Samstagnachmittag (wir mussten uns ja zunächst
vom Vorabend erholen) machten wir uns
auf den Weg nach Lux. Am Bahnhof brauchten wir nun Zugtickets, weil wir mit
unseren Belgien-Pässen ja nicht bis Luxemburg kamen. 10 Minuten vor Abfahrt
erschien auch endlich mal ein Bahnmitarbeiter, mit dem wir dann anfingen, die
verschiedenen Möglichkeiten der Ticketzusammenstellung zu diskutieren. Hinter
uns bildete sich langsam eine nervöse Schlange, denn schließlich wollten ja alle
mit dem Zug fahren, der schon im Bahnhof stand. Aber ich denke, das haben sie
auch geschafft.
An dieser Stelle mal eine Anmerkung zu den Ticketpreisen:
Ich glaube, ich habe schon einmal erwähnt, dass es in Belgien den sogenannten „Go-Pass“
gibt. Dieses Ticket kann für 10 Fahrten durch ganz Belgien genutzt werden
(Regionalzüge und IC) und kostet 55 Euro für alle bis einschließlich 26 Jahren,
wer älter ist (also ich auch), zahlt 75 Euro. Einmal im Jahr bekommen alle
Schüler einen Go-Pass gratis von der Gemeinde, der dann auch für Schulausflüge
etc. genutzt werden kann. Wir standen nun am Bahnhof und erhielten schließlich
ein Ticket für 6 Leute, für das jeder 26 Euro für Hin- und Rückweg zusammen bezahlen
musste (jeweils 3,5 Stunden mit IR und IC). Die Reaktion der anderen: Was?
Soviel für ein Ticket? Meine Reaktion: Wow, so wenig. Dafür kommst du ja in
Deutschland nicht mal von Berlin bis Cottbus mit dem Regio. So sind die Leute
an unterschiedliche Preise gewöhnt, aber ich finde, die Deutsche Bahn könnte sich
von der belgischen echt mal eine Scheibe abschneiden.
In Luxemburg haben wir dann einen Teil der Leute von unseren
beiden Seminaren wiedergesehen und wir hatten einen feuchtfröhlichen lustigen
Abend.
Am Nachmittag des Sonntags stellte sich nun die Frage: Noch
ein bisschen Luxemburg-City angucken oder gleich wieder zurück fahren. Da wir ja alle in Demokratien
aufgewachsen sind, machten wir eine Abstimmung, die uns leider auch nicht
weiterbrachte: 2 dafür, 2 dagegen, 2 Enthaltungen. Und was macht man, wenn man
sich nicht entscheiden kann? Münze werfen. Die Münze sagte uns, wir
sollten noch ein wenig in der Stadt bleiben, was wir dann auch taten, sehr zu
meiner Freude. Und in der Tat ist Luxemburg bei Sonnenschein wirklich schön und
sehenswert. Bis jetzt hatten wir es ja nur bei Kälte und Nieselregen erlebt. In
der Stadt gibt es auch einen Aufzug von der Unter- in die Oberstadt und
überhaupt viele schöne Parks und Plätze. Am Ende waren alle doch noch ganz
zufrieden mit der Münzentscheidung.
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| Luxemburg-City |
Es war ja Pfingsten, was bedeutete, dass der Montag auch
noch frei war. Und da das ganze Wochenende schönes Wetter war (welch Seltenheit
in diesem belgischen Frühling!) sind Anja, Elena und ich nach Maastricht
gefahren. Auch diese Stadt ist bei Sonnenschein sehr schön. Es gibt zwar keine
großartigen Sehenswürdigkeiten, aber so sehr nach Sightseeing war uns auch
nicht, wir haben uns nach einer kleinen Tour lieber im Park auf die Wiese
gelegt. Überraschenderweise hatten wir hinterher (also zumindest Anja und ich)
tatsächlich so etwas wie einen Mini-Sonnenbrand. Hätt ich ja nicht gedacht, dass
mir das hier mal passiert. Seit jenem Pfingstwochenende bestand in dieser Hinsicht
auch tatsächlich keinerlei Gefahr mehr. Abends trafen wir uns dann noch bei Theresa im Garten zum Grillen, was auch ohne männliche Unterstützung sehr gut geklappt hat :-) Hach, was war das doch für ein tolles Wochenende. Ich würde sagen, das beste, was ich bisher hier erlebt hab.
Tja, und am Dienstagabend war, nach knapp einer Woche mit mehreren Abschiedsfeiern dann
tatsächlich Lauras letzter Abend hier in Eupen. Also sind wir mit ihr noch ein
letztes Mal in die Pigalle gegangen und haben ein Abschiedsbier getrunken.
Nun ist sie wieder in Spanien und
klagt über die Hitze dort. Aber wir haben uns ja versprochen, dass wir nächstes
Jahr zum Altweibertag wieder hierher kommen. Ich bin gespannt und würde mich
freuen, wenn das klappt.
PS: Nein, das war noch nicht alles, was ich in den letzten Wochen erlebt hab, aber für heute ist erst einmal genug geschrieben. Schließlich haben wir uns nachher noch bei echt italienischer Pizza und Tiramisu zum Fußballgucken verabredet.

Mensch Birgit,
AntwortenLöschenda hast du aber fleißig geschrieben!!!
Ich hab es mit großem Interesse gelesen.
LG Uli
Ich mag Luxemburg auch sehr. Schön, dass es diesmal bei euch mit dem Wetter geklappt hat ... Tja, so schnell vergeht die Zeit, bald musst du deine Abschiedsfeier planen ... im August bist du shcon weg oder? Sonst könnten wir nochmal vorbeikommen ...
AntwortenLöschenJa, im August bin ich schon weg. Das wird dann wohl eine große Abschiedsfete, denn Ende Juli fahren 4 von uns 5 EVSlern in Eupen nach Hause. Die andere bleibt noch einen Monat länger und wird die neuen dann einweisen :-) Wir können ja aber trotzdem mal gemeinsam nach Belgien fahren. Das wird dann vielleicht auch eher was, als Südafrika ;-)
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