Sonntag, 4. August 2013

Beinahe ereignislos - der zweite Tag

Während das Zelt so langsam vom Tau vor sich hin trocknete, frühstückte ich in der Morgensonne. Danach ging es Richtung „Kopvan’t Land“ (schön, dass man sich oftmals einfach denken kann, was die niederländischen Worte bedeuten). Und da, wie der Name eben sagt, das Land dort zu Ende war, stand die nächste Fährüberfahrt auf dem Programm. 
Fähre bei Kopvan't Land
Kurz hinter dem Anleger dann die (heutige) erste Differenz zwischen Karte und Wegweiser. Karte sagte rechts, Wegweiser links. Ich entschied mich für Karte und traf damit zielsicher die falsche Entscheidung (und so entstehen dann die Gerüchte, ich hätte einen schlechten Orientierungssinn). Nach 2 km ging’s auf jeden Fall wegen einer Baustelle nicht mehr weiter, nicht mal für Fahrräder, also musste ich umdrehen. Immerhin war es ein wunderschönes Naturschutzgebiet, durch das ich da geradelt bin. Nun den Wegweisungen folgend musste ich dieses Naturschutzgebiet leider verlassen und mich durch mehrere Straßenbaustellen wühlen. Auf diese Weise entging ich auch der zweiten Fähre des Tages. Dafür hatte ich eine interessante Unterhaltung mit einem älteren Herrn, der zwar nur niederländisch sprach, sich aber davon nicht abhalten ließ, mir unbedingt den richtigen Weg weisen zu wollen. Irgendwie hat er es auch geschafft und ich kam da an, wo ich hinwollte.
Auf der nächsten Fähre traf ich dann meine Campingplatznachbarn von letzter Nacht wieder, sowohl die von links als auch die von rechts. Das eine war eine ebenfalls allein radelnde Frau, ein paar Jahre älter als ich. Nach der Fähre fuhren wir noch ein Stück gemeinsam weiter und ich stellte fest, dass meine „old-school“-Ausrüstung auch Vorteile hat. Sie bat nämlich darum, mal auf meine Karte gucken zu dürfen, weil ihr GPS ständig ausfiel. Es verbrauchte mehr Strom, als die Solarzellen auf ihrem Gepäckträger aufladen konnten. Ist also doch nicht verkehrt noch „Karten zum Anfassen“ dabei zu haben (wenn sie einen denn nicht in die falsche Richtung locken wollen…).
Auf der Fähre nach Gorinchem
Nach dem Mittagspicknick ging es gestärkt und ausgeruht weiter, heute alles recht unspektakulär. Hinter Geldermalsen waren in meinem Fietsatlas drei Campingplätze eingezeichnet, also hoffte ich, wenigstens einen davon zu finden. Da sie aber alle recht abgelegen schienen, wollte ich vorher noch einkaufen. Vor dem Supermarkt sprach mich auch wieder ein älterer Herr auf Niederländisch an. Auf die muss ich irgendwie als alleinreisende Frau eine besondere Anziehung gehabt haben, wobei ich das jetzt positiv meine. Die waren alle freundlich, aber keinesfalls aufdringlich. Als er merkte, dass ich verständnislos guckte, deutete er nur in eine Richtung, um mir anzudeuten, wo ich weiterfahren sollte. Als ich kurze Zeit später ein paar andere Radfahrer fragte, ob es den Campingplatz, wo ich hinwollte, wirklich gäbe, sagten sie mir, dass sie dort keinen gesehen hatten, aber ein Stückchen weiter gäbe es einen. Also versuchte ich es dort und siehe da, er existierte. Dort traf ich dann einen weiteren (deutschen) Radfahrer, mit dem ich an einer unübersichtlichen Kreuzung Wegeraten gespielt hatte und dem ich auch am nächsten Tag noch öfter begegnete. Seine einzige Beschäftigung war aber anscheinend sich über die ach-so-schlechte Beschilderung aufzuregen. Außerdem sah ich auf dem Campingplatz auch den älteren Herrn wieder, der mir vorm Supermarkt den Weg gewiesen hatte. Er meinte: „Ach, Camping gefunden?“ Wollte er mich darauf schon beim ersten Treffen hinweisen? Man weiß es nicht.
Tagesetappe: ca. 82 km

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen