Erstaunlich wie ruhig es auf einem so dicht besiedelten Campingplatz an einem Sonntagmorgen doch sein konnte. Es war übrigens der Zeltplatz mit dem weitesten Weg zum Sanitärgebäude. Weil der Platz im Hochwassergebiet des Rheins lag, gab es nur ein Duschen- und Toilettenhaus, das etwas erhöht lag. Manchmal bin ich mit dem Rad bis dorthin gefahren, denn zu Fuß waren es immerhin ca. 5 Minuten. Da musste man sich rechtzeitig überlegen, ob man mal auf Toilette gehen wollte. Aber das nur nebenbei...
Die Sonne schien inzwischen aufs Zelt und es wurde bald richtig warm, also hab ich meine Siebensachen gepackt und bin weitergefahren. Zunächst ging es immer angenehm am Wasser entlang. Dann musste ich doch noch so ein richtig hässliches Industriezentrum durchqueren. Solche Gegenden wirkten an einem Sonntag noch trostloser, wenn keine Menschenseele zu sehen war und die Schornsteine und Stahlrohre einfach nur groß und schmutzig in den Himmel ragten.
Ansonsten war der Weg an diesem Tag aber relativ einfach zu finden: Einfach immer am Wasser entlang. So gelang mir sogar die Stadtdurchquerung von Bonn ohne große Mühe.
Langsam wurden die Berge in der Umgebung höher und das Rheintal enger. In Bad Breisig wollte ich mir schließlich eine Zeltplatz für die Nacht suchen. Nachdem ich aber zweimal quer durch den Ort gefahren war, musste ich feststellen, dass es den in meiner Karte verzeichneten Platz nicht mehr gab. Die einzige Erkenntnis, die ich dem Rumgeirre entnehmen konnte war, dass das Mindestalter in diesem Ort wohl bei etwa 65 Jahren liegen musste. Da wurde man ja vom Hingucken schon tattrig.
Der Zeltplatz auf der anderen Rheinseite war vorhanden, wie ich beim Blick übers Wasser sehen konnte, also suchte ich die Personenfähre...leider erfolglos. Daraufhin nahm ich die Autofähre ein paar hundert Meter weiter flussaufwärts. Am Abend stellte ich dann fest, dass die Personenfähre wohl nur im Mai und Juni gefahren wäre.
Da es noch viel zu warm war, um im Zelt zu bleiben, erkundigte ich noch Bad Hönningen City. Das war allerdings furchtbar ausgestorben, keine Menschenseele auf der Straße. Daher setzte ich mich in DAS Restaurant mit Rheinterrasse und schrieb, an einer Apfelschorle nippend, Postkarten und Tagebuch.
Tagesetappe: 60 km + Campingplatz- und Fährensucherei
Upsa, mit dem Rad zum Klo....
AntwortenLöschenImmernoch die Tine-Biene