Sonntag, 5. Januar 2014

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten - der achte Tag


Der Tag gestern wurde erfreulicherweise doch noch etwas länger als gedacht. Ein ebenfalls allein reisender Radfahrer schlug sein Zelt neben meinem auf. Die Kuriosität dabei war im Wesentlichen, dass er noch deutlich diesseits der 50 Jahre war (also so ungefähr Mitte 20). Wir sind ins Quatschen gekommen und schließlich noch auf einen Schluck zu Trinken in den Campingplatzbiergarten gegangen. Irgendwann hat uns der Wirt dann rausgeschmissen, weil er schließen wollte. Ich nehme an, es war zwischen Mitternacht und 1 Uhr, aber auf die Uhr geguckt habe ich nicht mehr.
Am Morgen bin ich dann für meine Verhältnisse spät aufgewacht (erst so gegen 8 Uhr). Irgendwie habe ich dann auch den Anfang zum Radeln nicht so richtig gefunden. Ständig habe ich wegen irgendetwas angehalten und ich dachte schon, ich komme niemals vorwärts. Schließlich habe ich dann aber doch Koblenz erreicht. Während meiner Zeit in Belgien war ich schon einmal dort und habe das Deutsche Eck besichtigt, allerdings bei ca. 20 Grad weniger Außentemperatur. Am heutigen Tag konnte man kaum für ein Foto in der Sonne stehen, ohne das Gefühl zu haben, gegrillt zu werden. Kurz hinter Koblenz bin ich während der Mittagspause erst einmal eingenickt. Urlaub ist schon was Feines.
Deutsches Eck in Koblenz. Reiterstandbild des Kaisers Wilhelm I. an der Mündung von der Mosel in den Rhein.
Inzwischen war ich in dem wunderschönen Mittelrheintal angekommen, auf das ich mich schon die ganze Zeit gefreut hatte. In der Mitte floß der Rhein, an den steilen Hängen wuchsen entweder Wälder oder Wein und alle paar Kilometer thronte eine Burg oder ein Schloss in der Höhe.
Bei Burg Katz und Burg Maus kam schließlich der Felsen der Loreley in Sicht: Ich weiß nicht, was soll es bedeuten…
Der Felsen der Loreley
Kurz überlegte ich auf dem Campingplatz mit Loreleyblick zu bleiben. Als ich allerdings sah, wie voll und sonnig der war, entschied ich mich dagegen. Stattdessen fuhr ich weiter nach Oberwesel, was sich als sehr gute Entscheidung herausstellte. Auch dieser Platz lag direkt am Rhein (wo auch sonst, war ja nicht viel Platz zwischen den Bergen) und man musste aufpassen, dass man nicht aus dem Zelt direkt ins Wasser plumpste. Direkt an der Einfahrt von dem Platz wurde ich auch noch von der Musik eines Akkordeonspielers begrüßt, wenn das kein Zeichen war. Hinzu kamen die Duschen, die die luxuriösesten waren, die ich auf einem Campingplatz gesehen hatte. Leider habe ich davon kein Foto gemacht, aber sie hatten einen tellergroßen Brausekopf mit verschiedenen Einstellungen und Duschdüsen an den Seiten. Da konnte man es eine Weile aushalten.
Da das mein letzter Soloabend war, gönnte ich mir (frisch geduscht) in Oberwesel-City noch eine Pizza in einem italienischen Restaurant. Weil es relativ voll war, setzte sich später noch eine dreiköpfige Familie mit an den Tisch, mit denen ich mich noch eine Weile unterhielt.
Nach diesem Abschlussessen bin ich dann auch bald ins Zelt gekrabbelt, begleitet von Wellenrauschen, Bootsmotorengestotter, Bundesstraßengeknatter und Eisenbahngerumpel. In so einem engen Tal ist eben alles dicht beieinander…

Tagesetappe: ca. 75 km

1 Kommentar:

  1. *hach das klingt alles so nett, dass ich glatt sofort mitfahren würde ;-) *
    die Tine-Biene
    (schön, dass es mal wieder etwas neues hier gibt!!)

    AntwortenLöschen