In dieser Nacht mal wieder eine Premiere. Neben den ganzen
anderen Geräuschen konnte man auf einmal auch ein Prasseln auf dem Außenzelt
vernehmen: Der erste Regen auf dieser Tour, der sich rasch zu einem
ordentlichen Gewitter steigerte. Schnell noch ein überprüfender Blick nach
draußen, ob auch alle wichtigen Sachen regensicher verstaut waren. Es war so
lange kein Regen gefallen, da wurde man dann doch ein bisschen nachlässig. In
den anderen Zelten hörte man ebenfalls geschäftiges Rumräumen. Ich war wohl
nicht die einzige, die sich an das schöne Wetter gewöhnt hatte. Am nächsten
Morgen stellte ich aber fest, dass alles trocken geblieben war und auch das
Zelt trocknete schon wieder so langsam vor sich hin.
Nun ging’s also los zur letzten Etappe. Das bergige Mittelrheintal
ließ ich hinter mir und ab Bingen führte der Weg immer nach Osten Richtung
Mainz. Kurz vor Mainz entschied ich mich nochmal für eine Beta-Variante der
Strecke durch ein Naturschutzgebiet. Ich finde es immer wieder erstaunlich,
wenn kurz vor größeren Städten noch einmal solche ruhigen Gegenden liegen und
wenn diese dann durchquert sind, ist man auf einmal so richtig plötzlich in der
Stadt.
| Mäuseturm in Bingen - leider ganz schön weit weg |
| Kurz vor Schluss nochmal richtig viel Natur |
In Mainz angekommen suchte ich den Weg zum Bahnhof, denn ich
wollte mit dem Zug noch ein Stückchen weiterfahren, um eine weitere Freundin zu
besuchen. Als ich mich so durch die Stadt wuselte, rief mir mit einem Mal jemand
ein „Hallo“ zu und ich wunderte mich zunächst, wer das denn sein könnte, da ich
mir nicht dessen bewusst war, in Mainz jemanden zu kennen. Es war der Vater der
Familie mit der ich am Vorabend in Oberwesel zusammen Abendbrot gegessen hatte.
Er kannte sich in Mainz auch aus und konnte mir daher auch gleich mal den Weg
zum Bahnhof erklären. Von dort aus machte ich mich dann mit der Deutschen Bahn
auf den Weg nach Odernheim am Glan um die zweite Caro auf dieser Reise zu
besuchen. Wir hatten noch zwei schöne Tage im Fledermausdorf, bevor ich mich
mit meinem Rad wieder in den Nachtzug Richtung Heimat begab. Und hatte ich noch
auf der Hinfahrt gedacht, dass zwei Wagen zwischen Schlafplatz und Fahrrad viel
seien, so durfte ich auf der Rückfahrt mein Gepäck durch vier Wagen schleifen.
Aber Hauptsache ist ja, man kommt da an, wo man hin will.
Tageskilometer neunter Tag: 58 km
| Zielfoto |
Und hier noch zwei Bilder von den Tagen bei Caro (danke dir für die Fotos):
| Auf dem Weg zur Klosterruine Disibodenberg |
| Was wohnen da nicht alles für niedliche Tierchen! |
Nach insgesamt neun Tagen und ca. 620 geradelten Kilometern war meine zweite Solotour nun zu Ende. Es tat wieder einmal unglaublich gut, mit meinem geliebten Rad für längere Zeit unterwegs zu sein. Obwohl ich sagen muss: Jetzt reicht's auch mit dem Rhein und eventuell überhaupt mit Flussradwegen, irgendwann ist es dann doch ein bisschen zu unspektakulär. Also werde ich mal sehen, was mir als nächste Tour einfällt, wir dürfen gespannt sein...
...und da ahntest du noch nicht, dass in deinem Briefkasten etwas liegt, das dich in diesem Jahr wieder an den Rhein führt :)
AntwortenLöschenYay,
AntwortenLöschenSchön die Vollendung des Trips zu lesen :)